Geschichte der Stadt Singen

Die junge Stadt Singen ist zugleich einer der ältesten, seit der Jungsteinzeit besiedelten Wohnplätze im nördlichen Alpenvorland. Der Name "Singen" entstand in der alemannischen Landnahmezeit als sich hier ein Familienverband, dessen Oberhaupt wahrscheinlich Sigo hieß, niederließ. 787 wurde erstmals der Name "Sisinga" in einer sanktgallischen Urkunde als Königshof genannt. Das Dorf Singen vergrößerte sich in den folgenden Jahrhunderten kaum. Hauptsächliche Ursache dafür war der Hohentwiel.

Wechselnde Herrscher und Kriege

Berg und Ort waren zwar in einer über 1000-jährigen Geschichte nachbarlich verbunden, gehörten aber zu verschiedenen, vielfach miteinander verfeindeten Herrschaftsbereichen.

Der Hohentwiel im 30-jährigen Krieg
Der Hohentwiel im 30-jährigen Krieg

Erwähnenswert sind hier die heftigen Kämpfe während des dreißigjährigen Krieges um den Hohentwiel.

In Zeiten der Koalitionskriege europäischer Fürsten gegen die Französische Revolution wurde der Hohentwiel kampflos von französischen Truppen übernommen. Napoleon selbst gab den Befehl, die Festung zu schleifen. Im Jahre 1806 kam das seither vorderösterreichische Singen an das Königreich Württemberg. 1810 wurde Singen badisch.

1863 - Bau der Eisenbahn

Singen wurde bereits im Jahre 1863 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der erste Zug fuhr von Basel über Schaffhausen - Singen nach Konstanz, 1866 folgte die Schwarzwaldbahn von Offenburg über Engen - Singen nach Konstanz, und 1875 wurde der Betrieb auf der Linie Winterthur - Etzwilen - Singen eröffnet.

Ende 18. Jahrhundert - Erste Fabrikansiedlungen

Doch nicht nur wechselnde Herrscher und Kriege prägten Singen zu dieser Zeit.

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zu der ersten Fabrikansiedlung, einer Tabakfabrik. Diese stellte ihre Produktion im Jahr 1795 ein ehe es 1845 wieder eine wirtschaftliche Ansiedlung gab: Auf dem Gelände der Tabakfabrik wurde eine Baumwollspinnerei gegründet.

Bild: Maggi-Fabrik um 1906
Maggi-Fabrik um 1906

Der schweizerische Betrieb Julius Maggi aus Kemptthal nutzte die Vorteile des Eisenbahnknoten-punktes Singen und siedelte sich am 1. Mai 1887 mit einer Abfüllstation in der Restauration Ammann südlich des Bahnhofes in der Hohentwielstadt an. Die deutsche Maggi-Gesellschaft mbH wurde als eigenständiger Industriebetrieb erst 1897 gegründet.

So siedelte sich 1895 als erster Industriebetrieb Georg Fischer, ein Schweizer Unternehmen, mit einer Fittingfabrik in Singen „auf der grünen Wiese" an.

1899 - Verleihung der Stadtrechte

Im Jahre 1899 verlieh Großherzog Friedrich I. von Baden Singen bei einer Einwohnerzahl von knapp 4000 Bürgern die Stadtrechte. Der wirtschaftliche Aufschwung verwandelte das Bauern- und Handwerkerdorf bis heute in eine durch architektonische Sachlichkeit, Zweckmäßigkeit und klare Linienführung geprägte Industrie- und Handelsstadt.

Zweiter Weltkrieg und seine Folgen

Bombenangriff auf Singen, Weihnachten 1944
Bombenangriff auf Singen,
Weihnachten 1944

Durch Fliegerangriffe während des zweiten Weltkrieges 1944/45 erlitt Singen im Bereich von Bahnhof und Hauptstraße gravierende Schäden. Wegen der Eigentümerschaft der Großbetriebe in schweizerischem Besitz konnte jedoch eine weitergehende Zerstörung verhindert werden.

So konnten die Großbetriebe nach Kriegsende ihre Produktion schnell wieder in Gang bringen. Erst richtig in Schwung kam sie aber nach der Währungsreform im Juni 1948.

Die Stadt musste damals zahlreiche Flüchtlinge und Gastarbeiter aufnehmen und ihnen Wohn- und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

Von 1950 bis Heute

Gesamtansicht Singen 1969
Gesamtansicht Singen 1969

In der Süd- und Nordstadt entstanden zwischen 1950 und 1975 umfangreiche neue Wohngebiete, welche die Größe der Stadt schnell mehr als verdoppelten. Dies brachte die Entwicklung eines umfangreichen Gewerbegebiets östlich der Güterstraße mit sich.

Bis 1972 wuchs Singen kontinuierlich auf 47.648 Einwohner an. In diese Zeit fällt auch die Eingemeindung des Hohentwiel in die Gemarkung Singen (1.1.1969).

Eine bedeutende Gemarkungsvergrößerung erbrachte die Eingliederung der Nachbargemeinden Überlingen am Ried, Friedingen, Hausen an der Aach und Schlatt unter Krähen im Jahre 1971. 1972 folgte Beuren an der Aach und zuletzt Bohlingen 1975. Die Inbetriebnahme der Autobahn Stuttgart - Zürich (1978), Stockach (1982), des Autobahntunnels durch den Hohentwiel (1988) sowie der Verbindungsstraße West (1998) verstärkte die verkehrsgünstige Lage der Stadt weiter.

Singen Jahrbuch

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Singener Stadtgeschichte bietet das jährlich neu aufgelegte "Singen Jahrbuch"