Ilya Kabakov (geb. 1933)The Golden Apples, 2000

Bronzeguss und Beton
Figuren: 220 x 150 cm; Korb: 175 x 100 x 66 cm; Äpfel: ø 13 cm
Aachinsel, Stadtpark Singen
14 
 

 
© Medienagentur Blum & Stadt Singen

Der international bedeutende Konzeptkünstler Ilya Kabakov konzipiert und produziert begehbare Bilder, die beim Betrachter stets vielschichtige Assoziationen hervorrufen. Für das Kunstprojekt zur Landesgartenschau realisierte Kabakov im Jahr 2000 auf der Aachinsel im Stadtpark die ortsbezogene Installation „The Golden Apples“.

Verstreut liegende goldene Äpfel und ein Weidenkorb auf der Rasenfläche laden ein zum Nähertreten und Einsammeln. Die auf den ersten Blick belanglose Situation erhält durch drei Männer, welche die Äpfel aus den Wipfeln der umstehenden Bäume offenbar herabgeworfen haben, eine erzählerische und zugleich rätselhafte Wendung. Die bühnenartig inszenierte Arbeit verleiht dem pittoresken Ort eine geheimnisvolle Bedeutung, animiert den Betrachter zur Interaktion, zum Schmunzeln wie zum Nachdenken. Motiv, Thema und Figuren nehmen sowohl Bezug auf die antike Sage vom Urteil des Paris als auch auf die biblische Geschichte vom Sündenfall, der Adam und Eva aus dem Paradies vertreibt. Aufgezeigt wird das Spiel der Götter mit den Menschen sowie das Moment der Versuchung und Verführung.

Golden Apples

“Die Funktion zeitgenössischer Kunst ist es, Rätsel zu stellen und Anstrengungen anzuregen“, so formulierte Ilya Kabakov die Maxime seiner installativen Arbeiten. In Kabakovs Konzept werden die Besucher unter der unsichtbaren Regie des Künstlers unversehens zu handelnden Akteuren in einem Gesamtkunstwerk, das nicht nur die bildhauerischen Eingriffe, sondern auch die besondere landschaftliche Umgebung sowie die Funktion und Nutzung des Ortes mit einschließt. In seiner poetisch-lyrisch motivierten Vorstellung von Ortsspezifität sind Aura und Geist einer Örtlichkeit die wichtigsten Elemente seiner Installationen. Die „Golden Apples“ verwandeln die zuvor unscheinbare Naturkulisse in eine Stätte der Kultur, in einen Schauplatz der Geschichte, der unterschiedliche Stimmungen und Gefühle hervorruft. Durch die visuelle, körperliche und gedankliche Auseinandersetzung mit der Installation erfährt der Besucher die besondere Atmosphäre und den landschaftlichen Reiz des idyllischen Ortes auf ungewohnte Weise.

 Die Arbeit in Singen folgt erstmalig dem Konzept der „gesprengten Intsallation“, die „unterschiedliche Standorte zueinander in Beziehung setzt und vom Betrachter in ihrer Gesamtheit nicht mit einem einzigen Blick erfasst werden kann.“ (Kabakov)


Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung X