Bild zur Veranstaltung

70 Jahre Baden-Württemberg: WILHELM WAIBEL - Warte auf mich Babuschka

Sa 13.08.2022 , 18:00
Wo
GEMS Wiese Kulturzentrum GEMS
Mühlenstrasse 1374224 Singen
Eintrittspreis
Freier Eintritt
Veranstalter
Kulturzentrum GEMS in Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg
Tel. 07731 66557
E-Mail an den Veranstalter
Zur Homepage des Veranstalters


Der Autor, Heimat-Historiker und Ehrenbürger von Singen und auch von Kobeljaki, der ukrainischen Partnerstadt von Singen, hat über Jahrzehnte hinweg die traurige Geschichte der jungen Männer und Frauen, die während des 2. Weltkrieges auch hier in den Singener Industriebetrieben als Zwangsarbeiter arbeiten mussten: Über 3000 dieser Menschen - überwiegend aus der Ukraine, aus Polen und Russland - waren bei MAGGI, Georg Fischer und ALUSINGEN beschäftigt; sie waren überwiegend in betriebseigenen Barackenlagern untergebracht, viele auch in Unterkünften auf dem großen Gelände, wo heute die Theresien-Kapelle steht. Nach dem Krieg wurde der Mantel des Schweigen über diese Geschichte gebreitet: Das Leben dieser Menschen bis zu ihrer Befreiung durch die französische Armee im Mai 1945 wurde in keinem Geschichtsbuch beschrieben, genauso wie auch die Todesfälle aus dieser Menschengruppe nach dem Krieg nicht aufgezeigt wurde; bestattet worden sind diese Menschen am Westrand des Singener Waldfriedhofs - im Volksmund "Russengräber" genannt.

Mühsam hat Waibel nach Heimat-Adressen geforscht, die Singener Firmen gaben diese Personaldaten ungern oder gar nicht preis. Trotzdem konnte der Autor im Laufe der Jahre Adressen auffinden, und damit war die Möglichkeit gegeben, in der ehemaligen UDSSR auf die Suche zu gehen. Durch 11  Reisen von Waibel in die Ukraine -von dort stammten die meisten Gefangenen - kam es dann zu intensiven Kontakten mit den ehemaligen Zwangsarbeitern vor allem im Raum Poltava. So konnte Waibel auch zum ersten Mal persönlichen Kontakt zu diesen Menschen  nutzen, um in Interviews konkrete Informationen über ihren unfreiwilligen Aufenthalt in Singen zu erhalten. Durch Mithilfe eines ukrainischen Journalisten kam es dann zur ersten Versammlung von ca. 200 ehemaliger ukrainischer Zwangsarbeiter; sie fand in Kobeljaki statt, jener Ort, der später dann zur Partnerstadt zu Singen wurde.

Die vielen schriftlichen und mündlichen Schilderungen waren die Basis für diesen kleinen Roman: Ludmilla wird als junges Mädchen nach Deutschland gebracht, wo sie in einer Metallwarenfabrik arbeiten muss. Sie hat Heimweh nach ihrer Mutter und nach Babuschka, ihrer Großmutter. Babuschka warnte sie vor den Wölfen, aber sie prägte ihr auch ein, dass es bei den Deutschen unter den Wölfen auch Schafe gibt. Als sie nach schweren Jahren in Deutschland wieder zurückkehren kann in ihre Heimat, muss sie die Erfahrung machen, dass es in der Ukraine unter den Schafen auch Wölfe gibt: Das harte Schicksal ihrer Angehörigen traumatisiert Ludmilla, vor allem, als ihr Großmutter, die Babuschka, ihr keine Antwort mehr geben kann auf die Frage: "Wie bleibt man Schaf, wie wird man Wolf, warum lässt Gott das alles zu?"

In Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg

Einlaß: 17.00 Uhr
Keine Platzreservierung und freier Eintritt

Bei schlechtem Wetter findet die Vorstellung im Saal statt.

Ab 19.30 Uhr spielt die Band Moosmania
ab 21.15 zeigen wir den Film Baden gegen Württemberg



Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung X