Markus F. Strieder (*1961)
Empilement, 2012

Empilement, 2012
Stahl, geschmiedet
7 plus 1 Module
Bildungsakademie Singen, Innenhof und Vorplatz
30

Markus F. Strieders Technik wie künstlerischer Ansatz sind in der zeitgenössischen Bildhauerei ganz und gar ungewöhnlich. Der in Stuttgart an der Kunstakademie ausgebildete, heute bei Lyon (F) und nahe Karlsruhe lebende Österreicher bearbeitet sein Material, den Stahlblock, mit dem Schmiedehammer einer industriellen Schmiede. Mit gezielt kalkuliertem Pressdruck und exakt platzierten Schlägen des Hammers überführt er sein Ausgangsmaterial – glühend heiße Kuben, Blöcke und Quader aus massivem, rohem und schwerem Stahl, die mit dem Greifer wieder und wieder gedreht und gewendet werden – in scheinbar leicht anmutende, sanft bewegte, mühelos agierende, mitunter tänzerisch balancierende Formen. Die aus dem Inneren jeder Einzelform nach außen drängende Kraft bleibt stets erfahrbar: in der Bauchung der Außenhaut und deren farblichen Changieren vom tiefen Schwarz bis hinein ins Bläuliche, aber auch in der Drehung und Dehnung der Form. Immer reagiert ein Teil der Plastik auf das nächste, benachbarte Modul. Wie so häufig bei Markus F. Strieder besteht auch die Singener Plastik aus mehreren, aufeinander bezogenen Teilen. Vor dem Eingang der Bildungsakademie weist ein lagernder Quader auf jenen gestapelten, durch die Glasfenster erkennbaren Turm hin, der sich im Wasserbecken des Innenhofes spiegelt. Auf die Horizontale der still liegenden Wasserfläche antwortet die Plastik mit einer ruhigen, aufstrebenden Vertikale und mit einer Drehbewegung um eine in sich ruhende Mitte. Es ist diese selbstbewusste Haltung, die eine Analogie zur Bildungsaufgabe der Akademie schlägt.

Realisation mit freundlicher Unterstützung: Haller Industriebau GmbH

Text und Redaktion: Kunstmuseum Singen


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